Die 29 Jahre alte Robotikerin aus Berlin, Rabea Rogge, wurde als erstes deutsches weibliches Astronauten im Weltraum bekannt und möchte nun junge Leute sowie vor allem Frauen damit begeistern. "Ich wage es nicht zu behaupten, dass ich für alle Frauen spreche", erklärte Rogge dem deutschen Presseteam.

Ebenfalls war ihr bewusst, wie bedeutend Vorbilder sind. Sie hat dies persönlich erfahren: "Deshalb fühle ich mich verpflichtet, eine Rolle zu spielen. Es würde mir gefallen, wenn die Auswirkungen dieser Mission darin bestünden, nicht nur Frauen, sondern alle Menschen dazu anzuregen, sich mehr für Technik und Wissenschaft zu interessieren und große Träume zu hegen."

Rogge hatte zusammen mit drei anderen Besatzungsmitgliedern etwa vier Tage in einer "Dragon"-Raumkapsel im Weltall verbracht und landete Mitte März im Ozean nahe der Küste der USA. Sie berichtete: „Als wir von unserer Reise durch die Schwerelosigkeit zurückkehrten, fühlte es sich an, als würde uns ein Elephant auf der Brust sitzen." Nach fast vier Tagen schien ihr Körper das Konzept der Erdanziehung vergessen zu haben. Es war wirklich herausfordernd, nach dieser Zeit alleine auf ihren Beinen aus der Raumkapsel auszusteigen.

„Wer fliegt, hat Verantwortung“

Rogge hat bei der Mission "Fram2" – benannt nach einem norwegischen Polarforschungsschiff des 19. Jahrhunderts – eine neue Bahn über den polaren Regionen der Erde eingeschlagen. Ein Milliardär hatte diese Aufgabe dem Weltraumunternehmen SpaceX, gegründet vom Technologie-Milliardär Elon Musk, anvertraut.

Ihrem Flug zufolge hat sie ihre Überzeugung bestärkt, dass der Mensch das Weltall weiter erforschen sollte. "Wer kann schon sagen, welche Entdeckungen uns noch bevorstehen? Es gibt so vieles, was wir lernen müssen", erklärte Rogge. Die Person, die in den Weltraum fliegt, muss sich seiner Verantwortung bewusst sein, die Zeit zur Forschung zu nutzen und dabei die Öffentlichkeit einzubeziehen. "Es ist wichtig, mutig genug zu sein, Träume zu hegen und diese dann auch Wirklichkeit werden zu lassen."

Menschheitstraum vom Fliegen

Nach ihrer Heimkehr erinnert sie sich hin und wieder an ihren Flug im Traum. "Die Aussicht auf die Erde, dieses makellose Wunder unter den Sternen, ruft mich ab und zu ins Gedächtnis zurück." Sie sieht persönlich eine größere Beteiligung am Weltraumbusiness als Möglichkeit. "Wer dies erstmal erlebt hat, will unbedingt wiederkommen. Ich bin sehr offen und werde sehen, welche neuen Chancen sich bieten werden."

Eine Gedenkmedaille an Flugpionier Otto Lilienthal (1848-1896), die sie als irdisches Souvenir bei sich trug, werde sie dem Deutschen Technikmuseum in Berlin zurückgeben. „Ich habe Lilienthals Traum vom Fliegen sozusagen mit ins All genommen“, sagte Rogge. „Vielleicht weckt die Medaille auch in anderen Menschen den Pioniergeist.“

RND/dpa

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