Während er im hautengen T-Shirt über den Messegelände sprintet, muss er ständig anhalten, um Leute zu begrüßen oder für Fotos Positur machen. Auf der Fibo ist Ralf Moeller regelmäßig anzutreffen. In einem Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet der Bodybuilder und Schauspieler aus Recklinghausen, wie man im fortgeschrittenen Alter fit bleibt, welche verbotene Genusssache ihm immer noch wichtig ist und seine Meinung zum Gedanken des unendlichen Lebens.

Ralf Moeller: Ich kann das genaue Alter nicht sagen, aber ich bin aktuell 66 Jahre alt und freue mich darauf, noch einige schöne Jahre zu haben. In Bezug auf die Gene liegen meine Chancen bereits sehr günstig. Meine Mutter hat es bis 88 geschafft und mein Vater sogar bis 93. Allerdings muss man dazu beitragen, solch hohes Altern zu erreichen.

Das Wichtigste von allem ist die Ernährungsweise. Obwohl dies kein großes Geheimnis ist, scheitern viele daran. Persönlich versorge ich meine Ernährung zu etwa 80 Prozent mit pflanzlichen Lebensmitteln. Mittlerweile verzichte ich nahezu vollständig auf rotes Fleisch, um mein Risikoprofil für Krebserkrankungen geringer zu halten. Neben einer ausgewogenen Kost sollten wir uns jedoch auch stets bewegen.Für jüngere Personen ist Mobilität alltäglich, doch im fortgeschrittenen Alter zählt sie zu den wertvollen Aspekten des Lebens.

Nicht ganz. Obwohl ich sehr häufig Kraftübungen durchführe, stamme ich ursprünglich vom Schwimmensport her. Das Schwimmen und auch das Radfahren lassen sich problemlos über einen langen Zeitraum beibehalten und sind gut für die Gelenke. Was immer du also tun magst, der entscheidende Punkt ist, dass man seinen inneren Motivationsschwund überwindet.

Genau und nein. Mein Fitnesstudio bleibt weiterhin meine zweite Heimat. Dort gehe ich natürlich immer voll einsteigen. Allerdings habe ich im Laufe der Zeit auch meinen Trainingsansatz angepasst. Ich widme jetzt beispielsweise viel mehr Zeit den Dehnübungen, um Verletzungen zu verhindern. Des Weiteren hebche ich nun keine extrem schweren Gewichte mehr.

Ehrlich gesagt, war ich am Anfang nicht bereit, mir dies ohne Weiteres gefallen zu lassen. Vor ungefähr sechs Jahren kämpfte ich bei jedem Krafttrainings-Session darum, meine bisherigen Lastgewichts und -wiederholungen beizubehalten, doch das wurde zunehmend schwieriger. Heute habe ich akzeptiert, leichtere Gewichte zu verwenden – solange ich nur trainiere, ist alles gut. Immerhin haltet es einen jung. Nebenbei bemerkt überprüfe ich regelmäßige mein biologisches Lebensalter durch computerunterstützte Tests basierend auf Parametern wie Geschwindigkeit, Stärke, Ausdauer und Beweglichkeit. Genau betrachtet bin ich lediglich 39 Jahre alt.

Das Schönste ist, dass man jederzeit damit starten kann, unabhängig vom Alterspunkt. Es ist niemals zu spät dafür. Gewiss, es wird komplizierter, einen beeindruckenden Körperbau aufzubauen, wenn man mit Ende 40 beginnt. Aber das ist für die Mehrheit von Menschen meistens auch gar nicht der Hauptziel.

Es ist entscheidend, seinem Körper Beachtung zu schenken. Sollte er signalisieren, dass ein Trainingsabschluss notwendig ist, dann ist dies eine klare Anweisung. Auch ich habe bereits nach kurzer Zeit die Übungen beendet, da mich meine Schulter schmerzte. Hier zeigte sich deutlich, dass weiteres Training unangebracht wäre. Daher beschloss ich stattdessen, einen gemütlichen Morgen über dem Frühstück ausklingen zu lassen.

Das hört sich fast schon nach einer Entschuldigung an. Wer jedoch einmal Sport getrieben hat, erkennt sicherlich den Nutzen davon – sowohl für den Körper als auch für die Seele. Zu Beginn hilft dabei oft die Unterstützung durch andere Menschen, um Motivation aufzubauen. Ein gutes Beispiel dafür finden Sie beispielsweise im kleinem Fitnessstudio meines Wohnortes Recklinghausen: Morgens ist dort noch recht ruhig, aber einige der älteren Mitglieder geben sich stets gegenseitig einen Schubs und Aufmunterung weiter. So etwas finde ich wirklich toll.

Eines geht natürlich Hand in Hand mit dem anderen, daher ist es schwierig sie voneinander zu trennen. Dennoch wäre ich unehrlich, würden wir behaupten, dass mir mein gutes Aussehen egal sei.

Es gab bereits einige Momente, in denen ich im Spiegel einen Blick geworfen und gedacht habe: „Wow, das könnte man an den Seiten etwas reduzieren“. Man stellt sich halt ständig vor, wie man am liebsten aussehen würde. Aber ich glaube nicht, dass wir jederzeit topfit sein müssen. Im Übrigen kann dieser Zustand durchaus eine Motivation sein, wieder fit zu werden – zum Beispiel für eine bestimmte Rolle in einemFilm.

Vieles davon ist möglich, doch nicht alles. Ich geniesse das Rauchen von Zigarren. Am Wochenende genieße ich gelegentlich einen Gläschen Rotwein. Auch was meine Ernährung betrifft, gibt es Dinge, denen ich mich nur ungern entziehe.

Zuerst fällt mir der Apfelkuchen ein, den meine Mutter stets zubereitet hat. Davon konnte ich mich nie abhalten lassen.

Mein Kumpel Arnold Schwarzenegger übt regelmäßig Schach. Das finde ich total verrückt, denn er macht das täglich. Ich hingegen genieße es sehr, Backgammon zu spielen. Auch hier musst du nachdenken und Rechenvorgänge durchführen. Meiner Ansicht nach ist dies eine gute Methode, um geistig fit zu bleiben.

Aber wie stellen sie sich das vor? Um fit zu bleiben, muss ich Bewegung machen. Selbst wenn ich mit einem Computeprogramm ein Cyborg würde, wäre das für mich kein Hilfsmittel dabei. Zudem habe ich überhaupt keine Lust auf ein langes Leben. Es dreht sich nicht nur ums Altern, sondern auch darum, wie effektiv man im hohenAlter bleibt. Ich wünsche mir, solange als möglich so viel Fitness beizubehalten. Wenn schließlich eines Tages dieser Zeitpunkt da ist, dann halte ich das sogar für richtig so.

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